karen.in.kanada

Meine Zeit in Kanada
 

Meta





 

Archiv

Warmth and frozen Niagara Falls

Endlich wird es wärmer!! Samstag hatten wir -9 Grad, mit Wind ca. -12, Sonnenschein und singende Vögel. Erst habe ich die Vögle gar nicht gehört und dann merkte ich, dass irgendwas anders ist als sonst: Es war nicht komplett still, sondern ein paar Vögel sangen. Verrückt wie man sich darüber freuen kann. Bislang war es immer totenstill draußen und nun kommt das Leben zurück. Wir befinden uns nun immer öfter im einstelligen Minusgrad-Bereich und die positiven Temperaturen sind in Sicht! Juhuuu!


Am Samstag waren Cheryl, Amanda und ich auch eine kurze und entspannte Runde mit den Pferden im Gelände. Wir sind zwar nicht weit gekommen, weil der Schnee noch zu hoch ist, aber dennoch war es super schön, mal aus der Reithalle rauszukommen. Dazu kam noch, dass Norbert total entspannt war und es ihm ebenfalls sichtlich Spaß gemacht hat.

 

Nach der Arbeit sind Amanda und ich nach Guelph gefahren, eine Stadt, die ca. 35 km entfernt ist. Dort gibt es einen Reitladen, in dem ich mir neue Reitstiefel gekauft habe. Meine alten sind schon wirklich alt, auf die längere Sicht brauchte und wollte ich eh neue und die, die ich nun habe, sind vom Preisleistungsverhältnis auch sehr gut, wie Amanda mir versichert hat. Sie hat schon einige Zeit in einem Reitladen gearbeitet und kennt sich somit gut aus. Also ist das Geld so gesehen gut angelegt und ich habe, neben den Handschuhen aus Toronto, ein weiteres Souvenir aus Kanada. Außerdem haben Amanda und Cheryl mir gesagt, dass ich mal mit Brother bei einem Springturnier starten soll und da muss man ja auch gut gekleidet sein. ;-)

Zum Abschluss des Tages konnten wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang auf der Farm beobachten.

 

 

Für das Wochenende wurde angesagt, dass fast überall in Kanada die Nordlichter zu sehen sein sollen. Leider war es für diese Gegend nicht sehr wahrscheinlich, dass sie sichtbar werden. Und um die Zeit, in der sie erscheinen, nämlich meist um Mitternacht, bin ich schon lange nicht mehr wach. Ansonsten käme ich am nächsten Morgen ja überhaupt nicht aus dem Bett…

Heute, Montag, waren Amanda und ich bei den Niagarafällen. Nachdem sie mit der morgendlichen Stallarbeit fertig war sind wir um 11 Uhr mit dem Auto losgefahren. Eigentlich hatten wir geplant den Highway 407 zu nehmen, welcher ist eine Express Toll Road (ETR), die privat verwaltet ist. Daher muss man dafür zahlen. Angus hat einen Transponder für diese Strecke, womit wir kostenlos hätten fahren können, allerdings hat er den mit nach Florida genommen, da dies sein Arbeitsweg ist und er von Florida immer nach Buffalo fliegt und von dort dann mit dem Auto hier hin kommt.  Also haben wir den Umweg über die öffentlichen Highways gemacht. Auf der 407 ist dann natürlich auch nicht so viel los, wie auf den anderen Straßen, aber da wir in der Mittagszeit fuhren, war eh nicht viel los. Nach knapp 1,5 Stunden sind wir in Niagara Falls angekommen. Sonnenschein, -1 Grad und ein bisschen Wind – perfekte Bedingungen zur Besichtigung der Wasserfälle. Gigantisch. Super schön. Gefroren. Der Fluss ist noch mit einer dicken Eisschicht bedeckt. Die Bäume direkt an den Wasserfällen sind vom Wasserdunst und den Temperaturen weiß. Eisschollen fließen im oberen Teil  mit dem Wasser den Abgrund herunter. Das Wasser ist glasklar und schimmert an einigen Stellen hellblau. Aufgrund des „kalten“ Wetters waren nicht viele Leute unterwegs und die, die dort waren, waren überwiegend Asiaten, eingepackt bis nur noch die Nasenspitze und die Augen rausguckten. Wir haben uns gewundert, was die dann wohl gemacht haben, als es 15 Grad kälter waren?!

 

 

 

 

Nachdem wir von der Brücke zu den USA bis zu den Horseshoe Falls hin und zurück gelaufen sind hatten wir Hunger und haben bei Boston Pizza lecker zu Mittag gegessen. An den Niagara Falls ist eine winzige „Stadt“, die so aussieht wie Las Vegas in klein. Mindestens drei verschiedene Haunted Houses (Spukhäuser mit Geisterbahnen oder so), 4D-Kinos, natürlich ein Tim Hortons, Casinos, einem Wachsfigurenkabinett, einem Riesenrad, einer Dino-Minigolf-Anlage und vielem mehr.  Um 16 Uhr saßen wir im Auto und haben uns auf den Heimweg gemacht. Der hat ein wenig länger gedauert als der Hinweg, da Rush Hour war und das Navi uns verwirrt hat. Nichtsdestotrotz bogen wir kurz nach 18 Uhr wieder auf den Hof ein. Also alles in allem ein schöner Tag mit wundervollen Aussichten und Ansichten.

Mal sehen, was die kommende Woche so bringt. Am Freitagnachmittag bringe ich Amanda zum Bus nach Georgetown und sie fliegt bis Mittwoch nach Hause. Dann sind Alvaro und ich alleine hier und sie gibt ihre Verantwortung für die Zeit an mich ab.. puuh. Immerhin können die Wasserleitungen nicht einfrieren, da es nicht mehr so kalt ist. Hihi. Also… Daumen drücken, dass alles glatt läuft und aus Wiedersehen – oder Wiederlesen. ;-)

Schöner Himmel auf dem Rückweg.

3.3.15 03:23, kommentieren

Coyotes. Driving a Car. A bit Homesickness. Daylight Saving. SPRING!

Letzte Woche habe ich ganz vergessen von den Kojoten zu erzählen, die hier in den Wäldern hausen. Ich habe, nachdem ich um 21:00 Uhr den Night Check im Stall beendet habe, auf dem Rückweg zum Haus nämlich Wolfsgeheul oder Ähnliches gehört – und zwar ganz schön laut! Nach dem ersten Schreck bin ich quasi ins Haus gerannt (hahaha) und habe Amanda gefragt, was das da draußen ist. Das seien Kojoten sagte sie mir. Die kommen nachts sogar relativ dicht an die Stallungen ran und manchmal kann man ihre Spuren auch im Schnee sehen. Im Sommer kann man nicht immer das Fenster über Nacht geöffnet lassen, da sie zu laut heulen, um vernünftig schlafen zu können. Also habe ich in den vergangenen Tagen auf „verdächtige“ Spuren im Schnee geachtet und sie tatsächlich gefunden. Nicht weit vom Stall entfernt, bei den Paddocks, waren Pfotenabdrücke zu sehen, die zu den Kojoten gehören könnten. Irgendwie unheimlich. Heute habe ich mit Fran und ihrem Mann John drüber gesprochen und die haben erzählt, dass die Kojoten ab und zu direkt am Haus von Kim und Angus sind. Wenn sie nachts, bzw. abends, die Terrassenbeleuchtung anmachen, können sie die Tiere sehen, die auf der Fläche hinter dem Haus rumlaufen. Und auch die Spuren im Schnee zeugen immer wieder davon, dass sie sich sehr dicht an den Gebäuden aufhalten. Vielleicht mache ich mein Fenster in warmen Sommernächten lieber gar nicht erst auf?! Das dünne Fliegengitter würde sie auch nicht aufhalten.. :-D

Seit Freitag ist Amanda nun weg und morgen Abend kommt sie schon wieder. Bislang ist alles gut verlaufen und es gab keine größeren Probleme. Zum Glück! Hätten wir auch irgendwie hinbekommen, aber ohne Zwischenfälle ist doch alles viel schöner. J Ich habe sie am Freitagnachmittag zum Bahnhof nach Georgetown gefahren und werde sie dort auch wieder abholen. Somit kam ich in den Genuss, in Kanada Auto zu fahren. Ja, es ist ein Genuss! Die Straßen gehen ja im Grunde nur geradeaus und so ziemlich alles ist in einem Raster aufgebaut. Daher kann man die Straßen hier auch einfach „10th Line“, wie unsere, nennen. Sie verläuft parallel zur „9th Line“ und zur „11th Line“. Dies macht es auch einfacher, die richtige Straße zu finden. Bist du an der 8th und 9th vorbei, weißt du, dass die nächste, die 10th sein wird und du dort abbiegen musst. Ansonsten muss man ein wenig aufpassen, dass man nicht zu schnell fährt. Die Straßen sind so schön breit, übersichtlich und gerade, dass man unbemerkt zügig fährt. In unserer Gegend hier ist die maximale Geschwindigkeit meist auf 80 km/h begrenzt, wobei auch einige Abschnitte auf 60 begrenzt sind und ich habe noch nicht herausgefunden warum. Das gute Auto mit Automatikgetriebe und ein paar PS unter der Haube hilft nicht wirklich, die Geschwindigkeit geringer zu halten. :-D Aber wenn man mit 50 km/h über eine breite, gerade Straße im Nirgendwo fährt, dann bekommt man das Gefühl, man chillt durch die Gegend und kommt niemals an! Wie schon einmal in einem früheren Beitrag erwähnt, sind die Strafen für überhöhte Geschwindigkeiten hier ganz schön hoch – dann chille ich lieber durch die Gegend als das bezahlen zu müssen. Nicht zu vergessen ist allerdings noch das Rechtsabbiegen an Ampeln: Solange freie Fahrt ist, kann man selbst an einer roten Ampel rechts abbiegen. Eigentlich eine gute Regel.. sofern man denn dran denkt! Ich habe es während meiner ersten Fahrt ein Mal kurz vergessen und auf Grün gewartet. Nach kurzer Zeit fingen die Leute hinter mir an zu hupen. „Huch! Ich darf ja fahren!“ Weiter geeeeht´s! ;-)

 


Gestern habe ich die Stallarbeit alleine gemacht, da Alvaro Samstag nach seinem freien Tag fragte. Eigentlich hat der dienstags frei, aber da der Stall montags geschlossen ist, war es besser, seinen freien Tag auf Montag zu verschieben, sodass mir niemand in die Quere kommt, mich in irgendeiner Weise hetzt oder sonstiges. So habe ich nun zwei Wochen am Stück, die ich arbeite, aber das ist nicht weiter schlimm. Es ist ja sonst eh nicht so viel los hier. Zudem ist ein freier Tag zwar ganz nett, weil aber nichts zu tun ist, außer vielleicht das Zimmer und das Haus aufzuräumen, sitzt man mehr oder weniger rum, guckt TV, liest, etc. Dabei bekomme ich blöderweise ein wenig Heimweh.. Nicht, weil es mir hier nicht gefällt, aber ab und zu ist es doch irgendwie traurig, so weit weg von Familie und Freunden zu sein. Naja.. man kann nicht überall sein, wo man gerade sein möchte.

Immerhin gibt es einen richtig guten Grund zur Freude: Der Frühling kommt! Schnee liegt zwar noch genug, aber er taut nun, da gestern und vorgestern die Temperaturen endlich über 0 Grad gestiegen sind. T-Shirt-Wetter!!

 

Heute habe ich sogar schon jemanden in Shorts gesehen!!! Crazy Canadian. Nachteil der Wärme: Matsch. Schon diese beiden wärmeren Tage verwandeln den Hof und einige Stellen in kleine Matschlöcher. Das macht Lust auf mehr. Ist der Schnee allerdings weg, können wir endlich draußen reiten und die Sonne genießen. Herrlich!

Auch die Pferde genießen das warme Wetter:


 Um wenigstens ein bisschen mit Menschen zu sprechen und nicht nur mit den Pferden, der Katze oder mir selber, bin ich gestern zu Tim Hortons nach Erin gefahren. Ich habe mir einen Kaffee und einen Blaubeermuffin geholt und auf dem Rückweg einen kleinen Schlenker durch Erins „bessere“ Wohngegend gemacht. Ich habe die großen Häuser schon immer von der Hauptstraße aus gesehen, wollte sie mir aber mal aus kürzerer Entfernung ansehen. Wooooooooooow. Alles riesen Gebäude mit großen Trucks davor. Im Sommer sind die Grünflächen bestimmt super gepflegt und alles scheint total ordentlich zu sein. Dort stehen einige Häuser, zu denen ich nicht „Nein“ sagen würde, wenn jemand mir solch eins anbieten würde. Hihi. Hier mal ein kleines Beispiel:

 

 

Zum Abschluss noch ein paar schöne Fotos vom Sonnenaufgang, den wir die nächsten Tage wieder genießen können, da wir in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Uhren schon umgestellt haben. Jetzt sind wir, bis zur Zeitumstellung in Deutschland, nur noch fünf Stunden hinter euch! :-)

 

 

 

 

1 Kommentar 11.3.15 03:12, kommentieren