karen.in.kanada

Meine Zeit in Kanada
 

Meta





 

Archiv

Time´s flying!

Soo. Heute habe ich mal wieder einen freien Tag und dann komme ich auch dazu, etwas zu berichten.

Seit einer Woche ist Alexandra nun hier. Schlägt sich wacker, läuft aber nicht unbedingt super gut. Ihr Englisch ist, solange es nur alltägliche Konversationen sind, ok, sobald aber die Pferdebegriffe ins Spiel kommen ist sie raus. Dazu ist sie sehr vergesslich. Sie hat drei oder sogar vier Tage gebraucht, um zu behalten, was shavings sind, was eigentlich nicht so lange dauern sollte, weil davon jeden Tag geredet wird. Die shavings sind die Einstreuspäne, die in die Boxen kommen, wovon man täglich welche holen muss. Naja, es kann nur besser werden. Zumindest hoffe ich es für Amanda und Kim, die ja dann demnächst mit ihr alleine sind.

Letzte Woche hatte ich Dienstag frei und war Mittwoch, Donnerstag mit Kim bei der Show. Das ist schon ziemlich interessant, wenn auch viel Arbeit und Gerenne. Die Leute haben nicht umsonst Golfcarts und Mini-Motorräder, mit denen sie den ganzen Tag von A nach B fahren! Es gibt zwei Springplätze und drei Hunterplätze mit je einem Abreiteplatz und zwei Reitplätze, auf denen so geritten und longiert werden darf. Dann gibt es Unmengen an Stallzelten, in denen die ganzen Pferde untergebracht sind und die jeder Stall mit Blumen, Bannern, etc. geschmückt hat. Fast jeder Stall hat seine eigenen Farben, wie zum Beispiel Park Lane. „Unsere“ Farbe ist braun, also sind alle Tacktrunks braun, die Taschen, in denen Bandagen aufbewahrt werden sind braun, die Banner sind braun, Führstricke sind braun und selbst das Golfcart ist braun. Außerdem haben alle Pferde natürlich die gleichen Decken, damit das auch alles schön zueinander passt. Der Stall von Kims Mutter ist hauptsächlich grünfarbig. Dort haben sie sogar grüne Bandagen und Decken mit grünen Gurten. Schon irgendwie verrückt. Kim hat mir vorher gesagt, dass das ganze eine Welt für sich ist. Der Reitsport grundsätzlich ja auch schon, überall auf der Welt, aber die Show ist nochmal ein Tüpfelchen auf dem i. Aufgrund der Pan Am Games, die in ca. einem Monat beginnen, findet das Turnier in Palgrave jetzt fünf Wochen hintereinander statt, dann ist dort ein wenig Pause und es wird alles eingerichtet für die Games und im August/September ist nochmal eine Turnierphase dort. Vorgestern, Sonntag, sind die Pferde hier zum Stall zurück gekommen, damit sie sich ein wenig ausruhen und auf die Wiese können und heute Abend oder morgen früh geht es für sie dann wieder zurück. Dass jetzt zwei Wochen Turnier ist, ist gar nicht schlecht für Alex, da sie ansonsten mit der Fülle an neuen Informationen wahrscheinlich überfordert wäre und gar nicht klar käme. So hat sie ein wenig Zeit, sich erstmal an die Hälfte der Pferde zu gewöhnen, bevor der normale Alltag hier richtig losgeht.

Joa und ansonsten ist auch nicht mehr viel Zeit hier für mich übrig. In 10 Tagen geht’s schon los nach Detroit zu Inga, Mike, Annika und Marcus, worauf ich mich sehr freue und in zwei Wochen bin ich wieder zu Hause. Dann sind die 156 Tage Kanada/Amerika-Abenteuer vorbei. Unglaublich wie schnell das ging!

 Ich glaube, das war erstmal alles Neue, was mir grade so einfällt.. ansonsten füge ich einfach später noch was dazu. Hihi. Bye bye!

9.6.15 17:10, kommentieren

Last Steos! Home Tomorrow!!

Jetzt sitze ich hier am Flughafen in Toronto und habe noch reichlich Zeit, die ich abhängen muss, bis mein nächster Flug geht. Zeit, um die letzten Tage hier in Kanada und den USA zu rekapitulieren. Am 1.6. ist Alex angekommen. Nach einem Tag hat sich schon direkt herausgestellt, dass ihre Englisch- und Pferdekenntnisse eher begrenzt sind.. leider. Somit steht Amanda und Kim jetzt eine anstrengende Zeit bevor, bis am 1.7. eine Holländerin kommt, die hoffentlich besser arbeiten kann. In den zweieinhalb Wochen, in denen ich mit Alex zusammen gearbeitet habe, hat sie schon einige Aktionen gebracht, die man eigentlich nicht bringen sollte, wenn man wenigstens ein bisschen nachdenkt. Sie plant, bis zum 30.9. dort zu bleiben und zu arbeiten, allerdings bezweifelt Kim, dass sie so lange durchhält. Mal schauen. Ich hoffe auf jeden Fall für Amanda und Kim, dass die Holländerin gut ist. Hihi. Die letzten Tage waren nochmal schön und das Highlight war meine letzte Reitstunde am Mittwoch. Brother war richtig gut, auch wenn wir zwei Wochen lang nicht gesprungen sind. So gut, dass Kim einen der Sprünge auf ca. 1,15m erhöht hat, was für mich schon relativ hoch ist, weil ich diese Höhe ewig nicht mehr gesprungen bin. Das hat richtig Spaß gemacht. Mittwochabend haben wir dann noch bei Kim und Angus lecker gegessen. Dienstagabend haben Amanda und ich eine Zwei-Frau-Party veranstaltet: Pizza, Wein bzw. Sekt und M und Ms. War auch total super. Der Abschied am Donnerstag war natürlich hart. Selbst Amanda musste ein bisschen weinen. Auch wenn wir uns zwischendurch mal nicht ganz so super verstanden haben, kamen wir im Endeffekt doch richtig gut miteinander klar. Ich hoffe stark, dass ich irgendwann mal nach Kanada zurück fliege und alle, die ich so kennen gelernt habe, wiedersehen kann. Oder jemand von denen kommt nach Deutschland. Das wäre auch cool.

Donnerstag hat Kim mich um 9 Uhr zum Bus nach Georgetown gebracht, den ich dann auch fast verpasst hätte, weil ich komplett auf die andere Seite des Busbahnhofs musste, was vorher nie so war. Also musste ich ein wenig mit meinem Sack und Pack sprinten und habe um exakt 9:39:50 Uhr mein Ticket bezahlt – der Bus fuhr um 9:40! Puuh. Auf ging es dann nach Toronto. Dort musste ich noch ein Stück mit der U-Bahn fahren, bis ich dann um 11:30 Uhr  am Greyhound Bus Terminal war. In der U-Bahn habe ich zwei Holländer getroffen, die mit ihrer Freundin aus Toronto unterwegs waren. Mit denen habe ich mich erstmal nett unterhalten. Ihre Freundin feiert ihren 80. Geburtstag und aus diesem Anlass haben sie Toronto besucht. Da die Frau sich so gut auskannte hat sie mir auch erklärt, wie ich zum Bus komme, was sehr praktisch war, da es schwierig zu finden war. Lustig wie klein die Welt und wie nett die Menschen doch sind. Das Bus Terminal ist riesig! Etliche Busse in Wartepositionen, abfahrbereit in so gut wie alle Richtungen.  Mein Bus nach Detroit fuhr um 12:30 Uhr ab. Mit ein bisschen Verspätung sind wir um kurz nach 19 Uhr, statt um 18:20 in Detroit angekommen. Der aufregendste Teil war natürlich die Einreise in die USA. Alle mussten aus dem Bus raus und sich in einer Reihe aufstellen. Gepäck neben sich, nicht davor und nicht dahinter. Dann kam ein Polizeihund, der alles einmal abgeschnüffelt hat und direkt bei der zweiten Person etwas fand. Der Mann wurde sofort, inklusive Gepäck, rausgefischt und extra untersucht. Der Rest von uns konnte ins Gebäude gehen, Reisepass einscannen, Fingerabdrücke abgeben, erklären warum man in die USA will und wann man wieder ausreist, 6 US$ zahlen, Gepäck durchchecken lassen und wieder ab in den Bus. Der Mann, der separat kontrolliert wurde hat länger gebraucht und der Busfahrer wurde schon ganz ungeduldig, da wir ein paar Fahrgäste hatten, die einen Anschlussbus bekommen mussten. Letztendlich hat aber alles geklappt und Mike hat mich in Detroit abgeholt. Nachdem er mir ein wenig von der Stadt gezeigt hat, sind wir essen gegangen und haben dort Inga und die beiden Kinder getroffen. Es war richtig schön, die vier wieder zu sehen. Und Mike hat sich total gefreut, dass ich 23 bin, da er dann jemanden hatte, mit dem er trinken gehen kann. Haha. Freitag habe ich den Tag mit dem Au Pair Maria, die aus Bad Iburg kommt, und Annika und Markus verbracht. Beide mussten morgens zwei Stunden zum Schwimmen, danach waren wir einkaufen, haben Mittag gegessen und anschließend hatten beide nochmal Einzeltraining im Schwimmclub. Annika und Markus sind richtig gute Schwimmer!! Ich war total beeindruckt und bin es auch immer noch. Freitagabend waren Mike und ich in einem Vorort von Detroit und haben ein paar Bars abgeklappert. Das war auch echt gut – und lustig. Um kurz vor 2 waren wir wieder zu Hause und mussten dann schnell ins Bett, da wir am nächsten Morgen früh raus mussten. Inga hatte nämlich ihre Graduationsfeier für den Master of Accounting, den sie mit Bestnoten abgeschlossen hat! Das war interessant… 460 Graduenten, die alle namentlich aufgerufen worden sind und denen man an ihren Roben und Schals ansehen konnte, welchen Abschluss sie gemacht haben, bzw. wie gut sie waren, da es für besondere Leistungen extra Schals und Kordeln gab. Hat sich natürlich hingezogen, aber dank guter Reden von ein paar Professoren oder Doktoren, ließ es sich aushalten. Anschließend waren wir essen. Abends mussten Inga, Mike und ich natürlich auf Ingas Abschluss anstoßen und sind in eine Bar in der Nähe gegangen und haben ein paar Bier getrunken. Sonntag gab es zuerst gutes Frühstück, wie die Amerikaner es mögen, Bacon, Eier, Pancakes etc., nicht nur weil Sonntag war, sondern auch weil Vatertag war. Danach ging es ins Henry Ford Museum, was total cool ist, aber nicht innerhalb eines halben Tages komplett anzuchauen ist. Wir haben nur einen kleinen Teil gesehen, der aber echt gut war. Die ganzen alten Autos, Züge, Flugzeuge und was dort noch so zu sehen war – interessant. Um 18 Uhr begann die Float Night in Annikas und Markus´ Schwimmclub. Nur während der Float Night ist es erlaubt Schwimmtiere, Luftmatrazen und Co. mit ins Becken zu nehmen. Dementsprechend voll war es natürlich auch. Aber wir hatten Spaß! Ich weiß nicht, wie oft ich Markus wieder auf sein Krokodil heben musste, weil er es zu lustig fand, „ganz unabsichtlich“ runterzufallen! Haha.

Nach einem entspannten Abend auf dem Sofa hat Maria mich heute Morgen zum Flughafen Detroit gebracht und ich habe meine Heimreise angetreten. Der erste Teil war wahrscheinlich schon der aufregendste, da es nur ein Mini-Flugzeug für 18 Personen war. Eine Propellermaschine, die nicht wirklich viel Platz bot. Anscheinend hatten einige Passagiere, zu denen ich auch zählte, extra Gepäck mit, weswegen das Flugzeug fast überladen war. Daher mussten die Frauen und Kinder im hinteren Teil sitzen, während die Männer vorne Platz nehmen mussten, damit das Gewicht besser ausgeglichen ist. Gesagt, getan und abgehoben. Außer den beiden Piloten gab es keine Crew an Board und der Blick ins Cockpit war auch frei, sodass man ein bisschen zugucken konnte, wie die beiden den Flieger fliegen. Ja und nun sitze ich, wie gesagt, in Toronto und warte auf den Flug nach Island. Aber ich kann bestimmt gleich schon mal einchecken und dann geht die Reise weiter! Weiter in Richtung Deutschland. Juhuuu!

Bis die Tage! Und dieses „bis die Tage“ ist endlich persönlich! Endlich alle wieder  sehen. Ich freu mich total!!!!

23.6.15 00:19, kommentieren