karen.in.kanada

Meine Zeit in Kanada
 

Meta





 

I finally made it! NEWS!

Oh je, oh je.. ich bin ein Faultier. Schon voll lange nichts mehr geschrieben! Zudem ist unser Internet momentan auch einfach so schlecht, dass ich eher weniger Lust habe, mich mit langen Ladezeiten zu beschäftigen. Aber naja, ihr wollt ja auch informiert sein! Die Fotos folgen dann in Zeiten schnelleren Internets. Hier erstmal nur ein “langweiliger“ schriftlicher Bericht. Also.. seit dem 8. Mai ist Papa hier und wir haben schon ein paar schöne Touren unternommen. Die erste Tour ging nach St. Jacobs, Kitchener, Elora, Guelph und Umgebung. Dort war ich teilweise schon mit Mama, Nina und Lutz, aber zum Beispiel Elora habe ich vorher noch nicht gesehen. Elora ist eine kleine, schöne und alte Stadt mit überwiegend alten Gebäuden und einigen historischen Sehenswürdigkeiten. Durch und um die Stadt fließt ein Fluss, mit dem früher die Mühlen betrieben wurden, von denen manche in Teilen noch vorhanden sind. Dieser Fluss hat sich sein Flussbett in einer Schlucht gesucht, an der Wanderwege entlanggehen, die Papa und ich auch ein bisschen gewandert sind. Bei dem prima Wetter mussten wir nach unserem Spaziergang entlang des Flusses und durch die Stadt natürlich auch ein Eis essen. Das gab es in einem kleinen Süßwarengeschäft, welches von einer Frau betrieben wurde, die in Stuttgart geboren ist und als sie sechs Jahre alt war mit ihren Eltern nach Kanada ausgewandert ist. Sie konnte sogar noch ein bisschen Deutsch sprechen, während sie sagte das meiste auch verstehen zu können. Ihr selbstgemachtes Eis schmeckte nebenbei sehr lecker und wie es bei mir und Schokoeis immer ist, habe ich natürlich auf mein weißes Top gekleckert! Und das um die Mittagszeit, wo wir noch den ganzen Tag vor uns hatten. Hupsi! Nach ein paar Mal waschen ist der Fleck dann auch wieder rausgegangen. :-P Nach Elora waren wir in St. Jacobs und haben uns dort im Mennoniten-Visitor-Center die Geschichte der Mennoniten, die in der Umgebung wohnen, angeschaut. Es war wie ein kleines Museum und man konnte sich dort die Entwicklung dieser Menschengruppe seit ihrer Ankunft in Kanada anschauen. Sehr interessant. Vor allem, weil die Mehrheit von ihnen eigentlich gar kein Deutsch mehr spricht, sie in den Gottesdiensten aber aus der deutschsprachigen Bibel lesen und zudem altdeutsche Lieder singen. Viele Mennoniten haben wir an dem Tag nicht gesehen. Nur, wenn man drauf geachtet hat, konnte man einige auf ihren Farmen außerhalb der Städte im Garten oder auf den Feldern arbeiten sehen. Die Frauen sind an ihren langen, hochgeschlossenen Kleidern und kleinen Hütchen, die den Hinterkopf bedecken gut zu erkennen, während die Männer meist dunkle Hosen, helle Hemden und einen dunklen Hut mit breiter Krempe tragen. Ist schon irgendwie verrückt, dass diese Glaubensrichtung und Lebenseinstellung in unserer heutigen Zeit immer noch Bestand haben kann. An meinen normalen Arbeitstagen sind wir meist nicht abends noch irgendwo hingefahren, weil Papa entweder lange alleine unterwegs war oder/und ich nach dem Arbeiten eher zu kaputt war, um noch große Spaziergänge zu unternehmen. Die letzten zwei Wochen war ich nämlich alleine im Stall, da im und Amanda mit der Hälfte der Pferde auf dem ersten Turnier waren. 7 Pferde hatte ich dann täglich zu versorgen, was aber nach zwei Tagen „Routinenfindung“ ganz gut geklappt hat. Da so genug Wiesen vorhanden waren, konnten alle den ganzen Tag draußen bleiben, was das Ganze noch vereinfacht hat. In den zwei Wochen hatte ich dann immer genug Zeit Brother und Paris 3 zu reiten und zwischendurch auch mal Norbert zu bewegen. Es war zwar einiges an Arbeit, aber eigentlich auch ganz entspannend weil es im Stall so ruhig war. Nach der ersten Showwoche sind die Pferde für zwei Tage, Sonntagabend bis Dienstagabend, nach Hause gekommen, sodass sie sich ein wenig ausruhen und auf ihren Wiesen frei bewegen konnten. Letzte Woche Montag hat Kim den Stall allein gemacht, sodass Amanda und ich frei hatten. Als Papa und ich Sonntagabend noch auf die Wettervorhersage geschaut hatten, war eigentlich für quasi überall Regen und Gewitter angesagt. Zum Glück ist es nicht so eingetroffen, sodass wir einen schönen warmen Tag an den Niagarafällen und in Niagara-On-The-Lake verbracht haben. Bei den Niagarafällen liegt jetzt immer noch ein bisschen Schnee. Dort, wo die dicken Eisblöcke waren, haben selbst die richtig warmen Tage noch nicht alles zum Schmelzen bringen können. Mittlerweile kommt auch mehr Leben in den Ort. Als Amanda und ich Anfang März da waren, waren wir ja fast alleine und jetzt ist es schon ziemlich wuselig, aber noch aushaltbar. Nachdem wir von der Vergnügungstraße bis zum Table Rock und wieder zurück gelaufen sind, sind wir nach Niagara-On-The-Lake gefahren, was ich Anfang April ja leider nur bei heftigem Regen gesehen hatte. Damals hatte Kim uns empfohlen dort hinzufahren, weil es eine sehr schöne Stadt sei. Und das ist sie wirklich! Bei Sonnenschein und mit vielen Menschen auf den Straßen und am Strand ist es tatsächlich die schönste Stadt, die ich hier bislang gesehen habe. Das haben wir ja schon Anfang April gesagt, als wir da waren, nur leider hatte der Regen uns davon abgehalten mehr zu sehen. Das habe ich nun geschafft. Nachdem wir wiedermal ein Eis gegessen hatten, Eis geht bekanntlich immer, haben wir uns auf den Rückweg gemacht. Da an dem Tag hier Feiertag war, Victoria Day, waren ab 21:30 einige Feuerwerke im Dunkeln zu sehen. Die gibt es an diesem Feiertagswochenende zu Genüge. Wir haben uns aber keins direkt angeschaut, weil ich ja am nächsten Tag wieder früh im Stall stehen musste. Die Woche über war es sehr ruhig im Stall, nur Cheryl kam jeden Tag, sodass ich so ziemlich immer jemanden hatte, mit dem ich zumindest mit einem Pferd zusammen reiten konnte. Zu zweit macht es mehr Spaß, weil man dann auch jemanden zum Quatschen hat. Am Freitag, den 22., sind noch drei neue Pferde gekommen. Kim fliegt ein paar Mal im Jahr nach Holland, um sich dort Pferde anzuschauen, um drei nach Kanada zu importieren. Hier angekommen müssen die Pferde für ca. 1 Woche in Quarantäne, je nachdem wie lange das dauert, bis die Blutergebnisse da sind. Montag war eine Frau hier, die den Pferden Blut abgenommen hat, welches dann im Labor auf Krankheiten hin untersucht wird. Entsprechend den Ergebnissen wird entschieden, ob die Pferde aus der Quarantäne entlassen werden dürfen oder nicht. Bislang, sagte Kim, habe sie noch nie einen Fall gehabt, bei dem es Probleme gab. Toi Toi Toi. Eigentlich müssten die Blutergebnisse so langsam mal da sein, aber es hat noch niemand angerufen.. und da diese Leute, weil sie ja für die Regierung arbeiten und Beamten sind – haha – nicht am Wochenende arbeiten, kommen die Pferde frühestens kommenden Montag raus. Da müssen wir uns noch zwei Tage mit dieser Situation begnügen. Es ist nämlich ein bisschen nervig, dass die drei in ihrem eigenen Stall, dem Quarantänestall, sind, nicht raus dürfen und man damit einfach mehr Arbeit hat. Aber was tut man nicht alles dafür, dass keine Krankheiten eingeschleppt werden?! Letzten Montag hatte ich nur einen halben Tag frei, da Kim nicht alle 19 Pferde allein versorgen, bzw. nicht allein deren Ställe misten wollte. Da sie Amanda frei gegeben hatte, hat sie mich (mehr oder weniger) gefragt (oder eher gesagt ich solle doch bitte arbeiten). Papa hat auch mitgeholfen und so waren wir um kurz nach 10 mit den Boxen fertig und konnten den Rest des Tages noch etwas unternehmen. Zuerst waren wir im Halton Hills Naturschutzgebiet, wo es auch einen kleinen Wildtierpark gibt. Eulen, Falken, Adler, Bisons, Ziegen, Schafe, Pferde und Millionen Mücken leben dort. Papa und ich haben sogar eine kurze Privatshow mit einer jungen Eule bekommen, die gerade mit der Trainerin eine Übungseinheit gemacht hat. Ihre Kollegin hat versucht ein paar Fotos von der Eule in Action zu machen, um seine Fortschritte auch bildlich festhalten zu können. Weil Papas Kamera besser ist, als die die sie hatte, hat er angeboten Fotos zu machen und sie ihr zu schicken. So kamen wir auch in das Fluggehege und konnten uns die Eule von Nahem ansehen. Total cool! Anschließend wollten wir die Bisons besuchen, die wir aber leider nicht gesehen haben. Entweder war das Gehege einfach leer oder so groß, dass sie sich vielleicht in einer der hintersten Ecken verzogen haben. Im Gegensatz zu den gewünschten Bisons haben wir Unmengen an unerwünschten Mücken getroffen, die mich leider ein wenig zerbissen haben. Diese Biester! So langsam sind die Stiche besser, aber die ersten zwei Tage waren grausam. Ich glaube, dass diese Mücken ein wenig anders sind, als unsere deutschen, weil man diese hier überhaupt nicht merkt. Auf einmal ist da ein Mückenstich, der juckt wie doof. Zu hause kann man ja oftmals noch zuschlagen, bevor die Mieslinge stechen. Aber gut.. es muss auch so eine Erfahrung gemacht werden. Haha. Wobei man auf die auch echt gut verzichten kann! Vom Tierpark ging es weiter nach Burlington, wo wir ein wenig rumgelaufen sind und den frischen Wind am Lake Ontario genossen haben. Anschließend haben wir uns über Oakville auf den Weg nach Mississauga gemacht. Wir sind einfach der Straße entlang der Küste gefolgt und haben einige richtig große, richtig schöne und richtig teure Häuser mit richtig fetten Schlitten davor gesehen. Da war ein Riesenhaus an das nächste gereiht. War schon schön da. Zwischen Oakville und Mississauga haben wir noch einen Park gefunden, der am See liegt und einen schönen Blick auf Torontos Skyline bietet. Leider war die Sicht nicht optimal, aber immerhin konnte man die Stadt sehen. Die restliche Woche lief dann so ab wie immer – keine Besonderheiten. Gestern Morgen hat Papa sich auf den Weg zum Flughafen gemacht, denn seine drei Wochen Urlaub waren auch schon wieder rum. Die Zeit fliegt! Das ist so unglaublich! In 24 Tagen bin ich wieder in Deutschland! Verrückt! Am Montag kommt eine Neue. Alexandra, 20, Russin, aus Frankreich. Mal sehen, wie sie so ist. Montagabend werden die Pferde wieder zum Turnier gebracht, wo sie dann nochmal zwei Wochen verbringen. Je nachdem, wie die Neue ist, kann ich nach ein paar Tagen auch mit zum Turnier oder werde wieder zwei Wochen alleine hier bleiben. Abwarten. Das Wetter war hier in der letzten Zeit ziemlich gut! Einige Tage mit 30, gefühlten 35 Grad, Sonne und meist auch ein bisschen Wind dabei, ohne den es manchmal auch nicht auszuhalten ist. Leider ist die Luftfeuchtigkeit oftmals sehr hoch. 80 % und mehr sind keine Seltenheit. Dann wird es richtig anstrengend zu arbeiten. Draußen hat man immerhin den Wind, aber im Stall kommt schnell das Gefühl, man könne die Luft schneiden. Besonders in den Boxen steht die Luft.. und die dann auszumisten macht total viel Spaß! Haha! Heute Morgen hatten wir um halb 8 schon 23 Grad und 83 % Luftfeuchtigkeit. Puuuh. Ab mittags hat es immer wieder angefangen zu regnen und zu gewittern, sodass Amandas und meine Reitstunde einfach mal im Regen und mit Untermalung eines Gewitters draußen stattgefunden hat. Zumindest war es noch warm, da die Gewitter keine wirkliche Abkühlung gebracht haben. Dafür sollen es morgen nur 7 Grad werden. Iiih. Voll kalt und dabei noch Regen. Juuuhuu. Naja.. kommende Woche ist wieder schöneres Wetter vorausgesagt. Und damit: Ciao ciao!

30.5.15 23:32

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen